2021 Heft 2
Artikel
Die WUG Redaktion, (2021), Sozial gerechte Wege aus der Klimakrise, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S155-169
Eva Six, Vanessa Lechinger, (2021), Die soziale Gestaltung einer ökologischen Steuerreform?, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S171-196
Abstract zeigen
Die Herausforderung einer ökosozialen Steuerreform ist einerseits über die Erhöhung
der Preise von CO2-Emissionen, Anreize für ein umweltfreundlicheres Verhalten zu setzen
und andererseits die soziale Sicherung aller betroffenen Personen sicherzustellen.
Im Rahmen dieses Beitrages analysieren wir die Effekte der Einführung einer CO2-Steuer
in der Höhe von 50€/tCO2 auf fossile Treib- und Heizstoffe im österreichischen, privaten
Haushaltssektor. Zudem werden potentielle Rückvergütungsmaßnahmen diskutiert. Der
Fokus liegt dabei auf der Analyse von drei unterschiedlichen Varianten des Ökobonus
in Hinblick auf die Bereiche Verteilungswirkung, praktische Durchführbarkeit und Armutsvermeidung.
Die statische Simulation der Reform erfolgt auf Basis des Mikrosimulationsmodells
TAXSIM. Unsere Ergebnisse zeigen, dass durch die Einführung einer CO2-Steuer reichere
Haushalte, aufgrund ihrer höheren Konsumausgaben auch höhere Steuerbeträge zahlen
müssen. Betrachtet man die Verteilungswirkungen jedoch im Verhältnis zum Einkommen
zeigt sich eine stark regressive Wirkung, da ärmere Haushalte einen höheren Anteil
ihres Einkommens für Heiz- und Treibstoffe aufwenden müssen. Die Einführung eines
pauschalen Ökobonus kann der regressiven Wirkung einer CO2-Steuer nur begrenzt gegensteuern,
während eine einkommensabhängige Variante auf Basis des äquivalisierten Haushaltseinkommens
am besten Armut vermeiden kann. Aufgrund der schwierigen Durchführbarkeit in der Praxis,
erscheint jedoch eine einkommensabhängige Version auf Basis des individuellen Einkommens
am geeignetsten, da diese einfacher mit dem österreichischen Steuersystem vereinbar
ist. Um zudem Anreize so zu gestalten, dass besonders auch armutsgefährdete Personen
zu umweltfreundlichen Alternativen umsteigen können, müssen zusätzliche Maßnahmen,
wie etwa Investitionen im Bereich Heizen und Mobilität durchgeführt werden.
Alexander Schnabl et.al., (2021), CO2-relevante Besteuerung und Abgabenleistung der Sektoren in Österreich, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S197-224
Abstract zeigen
Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Untersuchung des österreichischen Steuer-
und Abgabensystems im Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Ein zusätzlicher Fokus liegt
dabei auf entsprechenden Steuerbefreiungen, Förderungen und Subventionen, die den
CO2-Ausstoß in Österreich monetär begünstigen. Methodisch kommt eine um Umweltfaktoren
erweiterte Input-Output-Analyse zur Anwendung. Als Datenbasis dienen die Energiebilanzen,
die Luftemissionsrechnung, Förderberichte des Bundes und verschiedene Vorgängerstudien.
Die Studie ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil befasst sich mit den bereits
existierenden direkten Steuern und Förderungen. Dabei liegt ein starker Fokus auf
der unterschiedlichen Verteilung zwischen den Wirtschaftssektoren und den Haushalten.
Die Analyse zeigt, dass Letztere einen Großteil (5,3 Mrd. Euro) der CO2-relevanten
Steuern und Abgaben bezahlen, während der Unternehmenssektor weitaus geringer belastet
wird (3,5 Mrd. Euro). Darüber hinaus sind die existierenden Subventionen so ausgestaltet,
dass hauptsächlich die Unternehmen davon profitieren (2,67 Mrd., Haushalte 0,65 Mrd.
Euro). Der zweite Teil erweitert den ersten Teil um die sogenannten indirekten Effekte,
indem auch die Steuerbelastung über die Vorleistungsverflechtungen in den einzelnen
Sektoren mit in die Analyse genommen werden. Sowohl in der direkten, als auch in der
indirekten Betrachtung zeigt sich, dass sich die Steuerlast deutlich zugunsten der
Unternehmen über die Sektoren verteilt. Die Haushalte tragen die Hauptlast der existierenden
CO2-relevanten Steuern und Abgaben, während sie von Förderungen kaum profitieren.
Im Schnitt zahlen die Haushalte 127 Euro pro direkt verursachter Tonne CO2, während
die Unternehmen nur 41 Euro zahlen. Im dritten Teil werden drei fiktive CO2-Steuerszenarien
für Österreich berechnet. Werden die gesamten CO2-Emissionen als Berechnungsbasis
herangezogen, so würde in der kurzen Frist die Steuerlast verglichen mit den existierenden
Energiesteuern je nach Szenario um 2,2 Mil., 5,2 Mil. oder 6,9 Mil. Euro ansteigen.
Werden nur die klimaschädlichen Emissionen als Berechnungsbasis einer Steuer herangezogen,
so verringert sich die Steuerlast je nach Szenario auf 1,5 Mrd., 3,1 Mrd. oder 3,4
Mrd. Euro. Die Haushalte würden in allen Szenarien die Hauptlast tragen, auch wenn
die indirekten Effekte betrachtet werden.
Dominik Bernhofer, (2021), Die Verteilungseffekte einer CO2-Bepreisung im Haushaltssektor: Ein systematischer
Überblick über die bestehende Literatur, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S225-239
Abstract zeigen
Die Verteilungswirkung einer CO2-Bepreisung und der damit verbundenen Rückerstattung
der Einnahmen an die Wirtschaftsakteure ist eine der zentralen Fragen der Ökologisierung
unserer Steuersysteme und der Klimapolitik insgesamt. Der vorliegende Artikel versucht
auf Basis der bestehenden Literatur, mit speziellem Fokus auf Österreich, die wesentlichen
Verteilungseffekte und -kanäle systematisch zu diskutieren. Dabei wird insbesondere
zwischen den statischen Verteilungseffekten auf Basis konstanter Einkommen und Warenkörbe
und den dynamischen Verteilungseffekten unter Berücksichtigung der Anpassungsreaktionen
unterschieden. Die Analyse zeigt, dass die statischen Verteilungseffekte einer CO2-Bepreisung
für Österreich klar regressiv sein dürften, der Gesamteffekt aber stark von der gewählten
Art der Rückerstattung abhängt. In dynamischer Hinsicht ist ein Rückgang der Steuerbelastung
über die Zeit durch Verhaltensanpassungen zu erwarten. Die regressiven Verteilungseffekte
könnten sich über die Zeit aber noch verschärfen, weil die Verhaltensanpassungen zB
der Heizungstausch nicht für alle Einkommensgruppen gleich erschwinglich sind.
Simon Theurl, Dennis Tamesberger, (2021), Korrekturhinweis zu WUG 45 (4), Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S294-294
Abstract zeigen
In der Berechnung der Kosten einer Jobgarantie für Langzeitbeschäftigungslose in Österreich
ist ein Fehler unterlaufen wodurch sich die zusätzlichen Kosten für einen Arbeitsplatz
pro langzeitbeschäftigungsloser Person/pro Jahr auf 8228,8 € erhöhen (ursprünglich
wurde mit Kosten in der Höhe von 6.7858 €gerechnet). Die Neuberechnung wurde mithilfe
des Brutto-Netto Rechners des Finanzministeriums 2020 durchgeführt (das ist die zum
Zeitpunkt der Korrektur früheste Verfügbare Version). Dadurch kam es zu Veränderungen
der Dienstgeberabgaben in den Ausgaben und Rückflüssen (8.091,6 € anstelle von 8.164,4
€). Die Veränderung der Kosten, der Fehler in der ursprünglichen Berechnung, ist auf
eine Überschätzung der SV-Beiträge der ArbeitgeberInnen zurückzuführen. Dieser wurde
für die Neuberechnung korrigiert und anstelle von 7.643 € wurde der Betrag auf 6.126
(inkl. BMVK) € angepasst. In Summe würde die Finanzierung von Vollzeitarbeitsplätzen
für 40.000 Langzeitbeschäftigungslose das Budgetdefizit im ersten Jahr nach den korrigierten
Berechnungen um 329 Mio. Euro erhöhen (anstelle von 271,4 Mio. Euro in der ursprünglichen
Berechnung). Für den Fehler und etwaige Unannehmlichkeiten möchten sich die Autoren
hiermit aufrichtig entschuldigen.
Besprechungsartikel
Gespaltenes Land
Jill Lepore, (2019) Diese Wahrheiten. Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika (ISBN: 978-3-406-73988-0),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S241-258 PDF HerunterladenBuchbesprechung
Gute Ökonomie für harte Zeiten
Abhijit V Banerjee, Esther Duflo, (2020) Gute Ökonomie für harte Zeiten. Sechs Überlebensfragen und wie wir sie besser lösen
können (ISBN: 978-3-328-60114-2),
Besprochen von Kai Biehl, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S259-263 Besprechung HerunterladenDer Wachstumszwang
Mathias Binswanger, (2019) Der Wachstumszwang: Warum die Volkswirtschaft immer weiterwachsen muss selbst, wenn
wir genug haben (ISBN: 978-3-527-50975-1),
Besprochen von Michael Soder, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S264-265 Besprechung HerunterladenSozialstaat in Bedrängnis?
Emmerich Tálos, Herbert Obinger, (2020) Sozialstaat Österreich (1945–2020). Entwicklung – Maßnahmen – internationale Verortung. (ISBN: 978-3-706-56052-8),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S266-272 Besprechung HerunterladenWie Geld die Politik beeinflusst
Julia Cagé, (2020) The Price of Democracy: How Money Shapes Politics and What to Do about it. (ISBN: 978-0-674-98728-9),
Besprochen von Judith Derndorfer, Hendrik Theine, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S273-279 Besprechung HerunterladenEinkommensverteilung und säkulare Stagnation
Christina Anselmann, (2020) Secular Stagnation Theories. A Historical and Contemporary Analysis with a Focus on
the Distribution of Income. (ISBN: 978-3-030-41086-5),
Besprochen von Alois Guger, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S280-287 Besprechung HerunterladenBestimmungsgründe der Industriellen Revolution
Joel Mokyr, (2016) Culture of Growth, The Origins of Modern Economy,
Besprochen von Felix Butschek, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2021, Band 47 Nr.2, S288-293 Besprechung Herunterladen