2017 Heft 4
Artikel
Die WUG Redaktion, (2017), 60 Jahre Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung der Arbeiterkammer Wien: Ein programmatischer
Ausblick, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S487-498
Stefan Vogtenhuber, David Baumegger, Lorenz Lassnigg, (2017), Überqualifikation und Verdrängung am österreichischen Arbeitsmarkt im Zeitverlauf, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S535-568
Abstract zeigen
Diese Studie untersucht das Zusammenspiel von Qualifikation und Beschäftigung am österreichischen
Arbeitsmarkt im Zeitverlauf von 1994 bis 2015. Die Bildungsexpansion hat zu Verschiebungen
in den Bildungs- und Berufsstrukturen geführt, wobei hoch qualifizierte ArbeitsmarkteinsteigerInnen
zunehmend auf berufliche Positionen im mittleren Segment ausweichen müssen, zulasten
von Personen im mittleren und niedrigen Qualifikationssegment. Aufgrund der gestiegenen
Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitskräften sind jedoch keine flächendeckenden
Verdrängungsprozesse beobachtbar, denn nach wie vor bestehen Arbeitsmarktchancen im
mittleren Qualifikationssegment. Die Anspannungen zeigen sich insbesondere bei Arbeitskräften
ohne weiterführende formale berufsfachliche Qualifikationen sowie in den Büroberufen.
Von Überqualifikation sind Frauen stärker betroffen als Männer.
Philipp Heimberger, (2017), Die Struktur der österreichischen Staatsausgaben im europäischen Ländervergleich, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S569-586
Abstract zeigen
Dieser Artikel analysiert Österreichs Staatsausgabenstrukturen im europäischen Kontext.
Dabei zeigt sich, dass Österreich etwas mehr als zwei Drittel seiner gesamten Staatsausgaben
für die Bereiche Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung aufwendet. Dies ist typisch
für entwickelte europäische Wohlfahrtsstaaten. Ein vertiefter Vergleich mit Belgien
und Deutschland fördert einige Besonderheiten in den österreichischen Ausgabenstrukturen
zutage, die zu einem Großteil auf die Organisation staatlicher Leistungen, gesellschaftliche
und wirtschaftliche Entwicklungen sowie statistische Besonderheiten zurückzuführen
sind.
Günther Chaloupek, (2017), Ein think tank für die Arbeiterbewegung. Die Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung
der AK Wien in ihren ersten zwei Jahrzehnten, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S587-619
Abstract zeigen
Die Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung der Kammer für Arbeiter und Angestellte
für Wien wurde 1957 gegründet und ist der erste think tank eines Interessenverbandes
in Österreich. Der Artikel gibt einen Überblick über die Tätigkeit der Abteilung in
den ersten zwei Jahrzehnten ihres Bestehens. In dieser Zeit erstellte die Abteilung
eine große Zahl von Studien zu Themen der Wirtschaftspolitik, die zu den Kernbereichen
der Arbeitnehmerinteressen zählen: Wachstum und Investitionen, Arbeitsmarkt, die Eigentumsstruktur
der österreichischen Unternehmungen, Lebensstandard und Einkommensverteilung, Wettbewerbspolitik.
In zahlreichen Fällen gaben die Studien den Anstoß für Reformen und Modernisierungsschritte.
Die Arbeiterkammer konnte dadurch in wichtigen Bereichen die Diskussionsführerschaft
erlangen. Mitglieder der Abteilung engagierten sich in laufende wirtschaftspolitische
Debatten durch Beiträge in anderen Zeitschriften. Diese Zeitschriften, vor allem die
„Finanznachrichten“ und das „Neue FORVM“ bildeten eine wichtige Ebene des intellektuellen
Diskurses der 60er- und 70er-Jahre, in denen sich ein neuer, technokra- tisch geprägter
Stil der Wirtschaftspolitik durchsetzte. Der Artikel versucht auch eine Bilanz von
Erfolgen und Enttäuschungen in den zwei Perioden der Einparteien-Regierungen (ÖVP
1966/70, SPÖ 1970/83), sowie abschließend einige Lehren aus den Erfahrungen der Anfangszeit
für die heutige Situation zu ziehen.
Begutachteter Artikel
Benjamin Ferschli et.al., (2017), Bestände und Konzentration privater Vermögen in Österreich 2014/2015, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S499-534
Abstract zeigen
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Untererfassung reicher Haushalte in der zweiten
Welle des HFCS unter der Annahme einer Pareto-Verteilung für den oberen Rand der Vermögensverteilung
zu korrigieren und damit eine realistischere Darstellung der Bestände und Verteilung
privater Vermögen in Österreich zu liefern. Dabei wurden auf Basis von Monte-Carlo-Simulationen
verschiedene Varianten der Implementierung dieser Pareto- Methode überprüft. Es hat
sich gezeigt, dass bei Vorliegen nicht-gleichverteilter Antwortverweigerungen, die
insbesondere die Spitze der Vermögensverteilung betreffen, der QQSchätzer in Kombination
mit einer Liste der reichsten ÖsterreicherInnen gut geeignet ist, um den oberen Rand
der österreichischen Vermögensverteilung statistisch abzubilden. Die Methode von Eckerstorfer
et al. (2013, 2016) wurde damit um Überlegungen zu Nichtbeantwortungsproblemen erweitert.
Unter der Annahme einer Pareto-Verteilung am oberen Rand der Vermögensverteilung beläuft
sich das geschätzte Gesamtvermögen auf 1,317 Mrd. Euro. Wird im Vergleich dazu das
Gesamtvermögen der österreichischen Haushalte basierend auf den HFCS-Daten geschätzt,
ohne weitere Versuche zu unternehmen, für die Untererfassung der Vermögensspitze zu
korrigieren, ergibt sich ein Wert von 998 Mrd. Euro. Der Unterschied entspricht einem
Anstieg des Durchschnittsvermögens um 81.000 Euro (von 258.000 Euro auf 339.000 Euro).
Der Anteil der reichsten 1% der Haushalte am österreichischen Gesamtvermögen steigt
dadurch von 25% auf 41%.
Buchbesprechung
Torsten Müller, (Hrsg.), Thorsten Schulten, (Hrsg.), Guy Van Gyes, (Hrsg.), () Lohnpolitik unter europäischer „Economic Governance“. Alternative Strategien für inklusives
Wachstum (ISBN: 978-3-899-65704-3),
Steffen Lehndorff, (Hrsg.), Heiner Dribbusch, (Hrsg.), Thorsten Schulten, (Hrsg.), (978-2-874-52440-0) Rough waters. European trade unions in a time of crises (ISBN: ),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S621-630 Besprechung HerunterladenStaat im AusverkaufBesprochen von Gregor Lahounik, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S631-635 Besprechung Herunterladen
Pioniere von Industrie 4.0
Christoph E. Mandl, (2017) Auf der Suche nach Industrie-4.0-Pionieren. Die vierte industrielle Revolution im
Werden (ISBN: 978-3-990-46271-3),
Besprochen von Fridolin Herkommer, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S636-639 Besprechung HerunterladenMarkt und Gewalt
Heide Gerstenberger, (2017) Markt und Gewalt. Die Funktionsweise des historischen Kapitalismus (ISBN: 978-3-89691-125-4),
Besprochen von Josef Schmee, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S640-644 Besprechung HerunterladenLouise Sommer: Ökonomin in bewegten Zeiten
Ute Lampalzer, (2014) „… die ökonomische Theorie in einen breiteren Rahmen stellen …“. Das Lebenswerk von
Louise Sommer (1889-1964) (ISBN: 978-3-731-61113-4),
Besprochen von Günther Chaloupek, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S645-649 Besprechung HerunterladenWiderstand und Kollaboration in Europa 1939-45
István Deák, (2017) Kollaboration, Widerstand und Vergeltung im Europa des Zweiten Weltkriegs (ISBN: 978-3-205-20218-9),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und GesellschaftAK-Wien 2017, Band 43 Nr.4, S650-654 Besprechung Herunterladen