2016

2016 Heft 4

Artikel

 Editorial, (2016), Editorial Zur wirtschaftlichen Lage in Österreich: Merkliche Konjunkturerholung in einer säkularen Stagnation, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S547-556
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Alexander Guschanski,, Özlem Onaran, (2016), Why did the wage share fall? Industry level evidence from Austria, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S557-589
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There has been a significant decline in the share of wages in GDP in both developed anddeveloping countries since the 1980s. This paper analyses the determinants of the wageshare (labour compensation as a ratio to value added) using sectoral data for Austria, whilealso comparing our results with selected OECD countries.We compile a comprehensive sector-level dataset of nine OECD countries (Austria, Denmark,France, Germany, Italy, Spain, Sweden, the UK, the US) for the period of 1970 to2011, which allows us to trace the developments in the wage share across high and lowskilled sectors and within manufacturing and service industries.Our findings lend strong support to the political economy approach to functional incomedistribution. Technological change had an impact, especially in Austria, Italy, the US, butthe effects are not robust with respect to the use of different specifications and the wageshare in most countries in our sample appears to be driven by different variables reflectingthe bargaining power of labour such as union density, adjusted bargaining coverage andgovernment spending. The relevance of these variables differs considerably across countries,lending support to our approach of country specific estimations.We find that globalisation had a strong impact on the wage share in all countries. Theeffect of globalisation on the wage share was least strong in Denmark. In Austria, Germany,and to a lesser extent in the UK, the effect is due to outward FDI and intermediate importpenetration which reflects the impact of international outsourcing practices. Intermediateimports penetrations had no significant impact in Spain while FDI played a smaller role inFrance and the US. Different institutional variables appear to be relevant for each country.Germany exhibits the most robust positive effect of union density on the wage share, whilethe decline in union density explains roughly 80 percent of the decline of the wage share inAustria. Conversely, collective bargaining coverage, together with social governmentspending, plays a more important role in France, the UK and the US. Financialisation hadthe most pronounced effect in Austria, the UK and the US, while it appears to be also relevantin Germany. We find mixed results for the effect of personal income inequality on thewage share. However, there is indicative confirmation for a negative effect in Austria, Germany,the UK and the US.
Stella Zilian, Maximilian Unger, Timon Scheuer, (2016), Technologischer Wandel und Ungleichheit. Zum Stand der empirischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S591-616
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Die Auswirkungen von neuen Technologien auf Beschäftigung und Verteilung werden durch die zunehmende Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche wieder heftig diskutiert. Dieser Artikel unternimmt den Versuch einer kritischen Diskussion des aktuellen Standes der empirischen Forschung. Trotz aller zu findenden methodischen und konzeptionellen Unterschiede lassen sich einige zentrale Befunde herausarbeiten: So zeigt sich etwa, dass Produktivitätszuwächse gesamtwirtschaftlich mittelfristig beschäftigungsneutral zu sein scheinen, die Auswirkungen jedoch kurzfristig deutlich negativ sein können. Zudem unterscheiden sich die Effekte auf Branchenebene. Selbiges gilt für die Innovationsintensität von Unternehmen, wobei insbesondere Produktinnovationen positive Effekte auf die Beschäftigungsentwicklung haben. Weiters verteilen sich diese technologieinduzierten Freisetzungseffekte sehr unterschiedlich auf Berufsgruppen, Tätigkeiten und Qualifizierungsniveaus, was zu einer Polarisierung des Arbeitsmarktes beiträgt. Die unterschiedliche Betroffenheit mit der Berufsgruppen dem technologischen Wandel ausgesetzt sind, ist eine wichtige Determinante der Lohn- und Einkommensverteilung, die in vielen Staatenebenfalls eine Tendenz zu zunehmender Polarisierung aufweist. Gleichzeitig sind in Bezug auf die Frage nach Verteilungseffekten Aspekte wie Markt- und Machtstrukturen von Bedeutung, sowohl zwischen Unternehmen als auch zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern. Die aktuellen Untersuchungen legen daher nahe, dass sich Verteilungsfragen im Zusammenhang mit dem technologischen Wandel neu stellen und neu diskutiert werden müssen, insbesondere in Hinblick auf die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf die Einkommensverteilung zwischen Personen mit unterschiedlichen Qualifikationen und zwischen den Faktoren Arbeit und Kapital.
Michael Mesch, (2016), Erwerbs- und Einkommenschancen im Kontext der intergenerationellen Einkommenspersistenz, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S617-664
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Wie einschlägige empirische Studien zeigen, weist Österreich im EU-Vergleich eine mittelhoheintergenerationelle Bildungspersistenz und eine hohe intergenerationelle Einkommenspersistenz auf. Vermögen, Vermögensübertragungen und Bildungshomogamie verstärken Letztere. Im empirischen Teil des Beitrags wird gezeigt, dass die nach Qualifikationsgrad starkdivergierenden Arbeitsmarktlagen hinsichtlich Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosigkeit und Ausmaß der Erwerbstätigkeit sowie die ebenfalls nach Qualifikationsgrad stark unterschiedlichen Veränderungen der Arbeitsmarktlagen hinsichtlich der Arbeitskräftenachfrage, der Erwerbsbeteiligung und der Arbeitslosigkeit allesamt zur intergenerationellen Einkommenspersistenz beitragen. Die Ungleichheit der Lohn- und Gehaltseinkommen der unselbstständig Erwerbstätigen hat in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen. Und dieser Anstieg der Ungleichheit lässt sich nicht allein auf die Anteilsgewinne der Teilzeit-, der geringfügigen und der Unterjahresbeschäftigung zurückführen. Die Veränderung der Einkommenschancen erfolgte v. a. zugunsten der höher und hoch Qualifizierten in Normalarbeitsverhältnissen. Auch die Zunahme der Einkommensungleichheit verstärkte die generationenübergreifende Einkommenspersistenz.

Begutachteter Artikel

Philipp Poyntner, (2016), Beschäftigungseffekte von Arbeitszeitverkürzung. Eine makroökonomische Perspektive, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S665-684
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Mit konstant hohen Arbeitslosenzahlen in vielen europäischen Ländern wird Arbeitszeitverkürzung als Beschäftigungsmaßnahme wieder vermehrt diskutiert. Sowohl die theoretische als auch die empirische Forschungsliteratur sind von einem Konsens hinsichtlich der Beschäftigungswirkung von Arbeitszeitverkürzung weit entfernt. Vor allem Arbeiten mit Mikrodaten finden oft keinen oder einen negativen Zusammenhang zwischen Arbeitszeitverkürzung und Beschäftigung, während Zeitreihenmodelle mit aggregierten Daten eher positive Schätzungen hervorbringen. Aufbauend auf der Arbeit von Kapteyn et al. (2004)wird ein makroökonomisches Modell weiterentwickelt, das versucht, langfristige Beziehungen zu schätzen. Für ein Panel aus 18 europäischen Ländern werden zwei Weiterentwicklungen der existierenden Zeitreihenliteratur vorgenommen: Erstens werden die durchschnittlichen Arbeitsstunden von Vollzeitarbeitnehmern verwendet und dadurch der Effekt von Teilzeitarbeit isoliert. Zweitens wird auf die Querschnittsabhängigkeit der Daten kontrolliert. Das Resultat des ARDL-Modells legt einen positiven Zusammenhang zwischenkürzerer Wochenarbeitszeit und Beschäftigung nahe

Buchbesprechung

Anwar Shaikh, () Capitalism. Competition, Conflict, Crises (ISBN: 978-0-199-39063-2),
Besprochen von Matthias Schnetzer, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S685-689 Besprechung Herunterladen
Adair Turner, () Between Debt and the Devil: Money, Credit, and Fixing Global Finance (ISBN: 978-0-691-16964-4),
Besprochen von Philipp Heimberger, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S690-695 Besprechung Herunterladen
Wolfgang Reinhard, (Hrsg.), () Geschichte der Welt 1350-1750. Weltreiche und Weltmeere (ISBN: 978-3-406-64103-9),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S696-700 Besprechung Herunterladen
Jože Pirjevec, () Tito (ISBN: 978-3-956-14097-6),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S701-705 Besprechung Herunterladen
Elisabeth Gruber et.al., (Hrsg.), () Städte im lateinischen Westen und im griechischen Osten zwischen Spätantike und Früher Neuzeit. Topographie – Recht – Religion (ISBN: 978-3-205-20288-2),
Besprochen von Felix Butschek, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.4, S706-708 Besprechung Herunterladen

2016 Heft 3

Artikel

 Editorial, (2016), Der Brexit als Weckruf für einen Kurswechsel in Europa, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S395-404
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Ewald Walterskirchen, (2016), Neukeynesianismus und Postkeynesianismus: Was für ein Unterschied!, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S405-430
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Edith Kitzmantel, (2016), EU-Fiskalregeln – Anker oder Mühlstein der europäischen Wirtschaftspolitik?, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S431-450
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Philipp Heimberger, (2016), Das „strukturelle Defizit“ in der österreichischen Budgetpolitik: Berechnungsprobleme, Revisionen und wirtschaftspolitische Relevanz, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S451-464
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Begutachteter Artikel

Markus Knell, (2016), Grundlagen eines soliden und solidarischen Pensionskontensystems, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S465-496
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Buchbesprechung

Michael Mesch, (Hrsg.), () Wie kam der Keynesianismus nach Österreich? Die Ökonomik der Arbeiterbewegung in der Nachkriegszeit (ISBN: 978-3-990-46227-0),
Besprochen von Felix Butschek, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S497-504 Besprechung Herunterladen
Clemens Jobst, Hans Kernbauer, () Die Bank. Das Geld. Der Staat. Nationalbank und Währungspolitik in Österreich 1816-2016 (ISBN: 978-3-593-50518-3),
Besprochen von Peter Rosner, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S505-509 Besprechung Herunterladen
Esben Sloth  Andersen, () Joseph A. Schumpeter. Eine Theorie der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Evolution (ISBN: 978-3-428-14010-7),
Besprochen von Andreas Resch, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S510-514 Besprechung Herunterladen
Randall Wray, () Why Minsky Matters. An Introduction to the Work of a Maverick Economist (ISBN: 978-0-691-15912-6),
Besprochen von Philipp Heimberger, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S515-520 Besprechung Herunterladen
Ralf Krämer, () Kapitalismus verstehen. Einführung in die Politische Ökonomie der Gegenwart (ISBN: 978-3-899-65644-2),
Besprochen von Georg Feigl, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S521-525 Besprechung Herunterladen
Marcel Fratzscher, () Warum Deutschland immer ungleicher wird (ISBN: 978-3-446-44465-2),
Besprochen von Michael Ertl, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S526-530 Besprechung Herunterladen
Colin Crouch, () Die bezifferte Welt. Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht (ISBN: 978-3-518-42505-3),
Besprochen von Romana Brait, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S531-534 Besprechung Herunterladen
Richard Saage, () Der erste Präsident. Karl Renner – eine politische Biografie (ISBN: 978-3-552-05773-9),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S535-540 Besprechung Herunterladen
Oliver Jens Schmitt, (Hrsg.), Michael Metzeltin, (Hrsg.), () Das Südosteuropa der Regionen (ISBN: 978-3-700-17726-5),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.3, S541-543 Besprechung Herunterladen

2016 Heft 2

Artikel

 Editorial, (2016), Steueroasen – Die Vermögenden entziehen sich ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S211-218
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Johannes Schweighofer, (2016), Zur Befreiung des Menschen von mühevoller Arbeit und Plagedurch Maschinen, Roboter und Computer – Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsmärkte, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S219-256
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Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeit wird gegenwärtig vermehrt die Frage aufgeworfen, ob der technologische Wandel in naher Zukunft sich auf eine Art beschleunigen wird, dass von einem Strukturbruch gesprochen werden muss. Die Frage kann verneint werden. Kurzfristig werden Onlineplattformen, Industrie 4.0, der verstärkte Einsatz von Computern und Robotern etc. keine „disruptiven“ Entwicklungen verursachen, langfristig, also im Zeitraum von 30-50 Jahren, zeichnen sich jedoch bereits jetztfundamentale Änderungen in der Arbeitswelt ab. Dieser technologische Wandel wird von Änderungen in den gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungenbegleitet sein. Sollen die Chancen der Digitalisierung genützt werden, so sind grundlegende Reformen unumgänglich, wie sie auch mit den ersten industriellen Revolutionen verbunden waren: Eine radikale Umverteilung der Produktivitätsgewinne in Form von Arbeitszeit und Einkommen erscheint in diesem Zusammenhang dringend geboten.
Wolfgang Edelmüller, (2016), Die verhinderten Möglichkeiten der Geldpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S257-280
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Moderne Geldsysteme beruhen auf einer dualen Geldhierarchie, wobei das die Zahlungsströme dominierende Giralgeld der Geschäftsbanken seine Zahlungsmitteleignung erst durch Monetisierung mit Hilfe der Geldbasis erhält. Die Darstellung von Girokontoguthabenerfolgt in den Bilanzen der Geschäftsbanken daher sachlogisch konsistent als Verbindlichkeiten an den Nichtbankensektor, weil die Erfüllung von Verfügungsanweisungen in Form von Bargeldbehebungen oder bargeldlosen Zahlungsaufträgen den Zugriff auf die Geldbasis voraussetzt, die allein von der Zentralbank hergestellt und nur unter bestimmten Bedingungen in Umlauf gebracht wird. Die analoge Darstellung der Geldbasis in der Zentralbankbilanz als „Verbindlichkeiten“ an den Geschäftsbankensektor und die Bargeldinhaber ist hingegen sachlogisch inkonsistent, weil die Zentralbank auf Grund ihres Geldschöpfungsmonopols gesetzliche Zahlungsmittel als reine Liquidität mit Eigenmittelcharakter ohne Erfüllungsrisiko schafft. Die Umstellung auf eine konsistente Bilanzierungspraxis für die Geldbasis würde daher zur Aufdeckung des Geldschöpfungsgewinns der Zentralbank („Seigniorage“) führen, dessen Ausschüttung an den Staat eine verschuldungsneutrale Ausgabenpolitik (z. B für beschäftigungswirksame Infrastrukturinvestitionen) unterstützt. Das eröffnet pragmatische Optionen für eine koordinierte Geld- und Fiskalpolitik zur Überwindung der Verschuldungs- und Deflationskrise, wie am Beispiel des QE-Programms der EZB gezeigt werden kann.
Sascha Sardadvar, (2016), Vertiefen sich die räumlichen Wohlstandsgefälle innerhalb der Europäischen Union?, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S281-302
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Die zunehmende Integration der EU, sowohl vertikal wie horizontal, verändert die Beziehungen zwischen ihren Ökonomien und hat zwangsläufig Auswirkungen auf die interregionale Verteilung von Produktion und Wohlstand. Gleichzeitig ist die EU von erheblichen interregionalen Disparitäten geprägt. Im vorliegenden Artikel werden zunächst die theoretischen Ansätze diskutiert, die das Wechselspiel von Zentrum-Peripherie-Beziehungen und wirtschaftlicher Integration erklären können. Dabei zeigt sich, dass sowohl in wirtschaftsgeografischen Zentrum-Peripherie-Modellen wie in neoklassischen Wachstumsmodellen dem Faktor Humankapital und seinem Wanderungsverhalten eine entscheidende Rolle zukommt. In beiden theoretischen Ansätzen wirkt die freie Mobilität von Arbeit und Investitionen eher zugunsten jener Ökonomien, die bereits reich mit Sach- und Humankapitalausgestattet sind. Im anschließenden empirischen Teil wird gezeigt, dass die interregionale Ungleichheit der Verteilung des Bruttoinlandsprodukts innerhalb der EU bis 2008 kontinuierlich abgenommen und seither wieder leicht zugenommen hat. Dieser Bruch wird im Zusammenhang mit (i) der Euro-Krise, (ii) Technologietransfers sowie (iii) Migrations- und(iv) Kapitalflüssen innerhalb der EU diskutiert. Insgesamt lässt sich konstatieren, dass weder die Theorie noch die Empirie eine langfristige Abnahme der räumlichen Wohlstandsgefälleindizieren
Christoph Streissler, (2016), Planetarische Grenzen – ein brauchbares Konzept?, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S325-338
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Begutachteter Artikel

Martina Zandonella, Evelyn Hacker, (2016), Schadet Ungleichheit der Demokratie? Die Auswirkungen von lokaler Einkommensungleichheit auf das Nichtwählen in Österreich am Beispiel der Nationalratswahl 2013, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S303-323
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Wahlen sind ein Kernelement jeder Demokratie, und eine über möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg verteilte Partizipation ist zentral für die Gerechtigkeit in demokratischen Systemen. Wenn sich bestimmte Gruppen systematisch nicht beteiligen, spiegeln sich auch ihre Bedürfnisse und Interessen seltener in den politischen Entscheidungenwider. Ausgehend von den bestehenden Erkenntnissen zu den sozialen Auswirkungen von Einkommensungleichheit untersucht die vorliegende Studie mögliche Einflüsse von lokaler Einkommensungleichheit auf die Wahlbeteiligung. Dazu werden erstmalig die nun auch auf Gemeindeebene verfügbaren Indikatoren zu Ungleichheit herangezogen und mit den Umfragedaten der Wahltagsbefragung zur Nationalratswahl 2013 verknüpft. Ergänzt wird das Modell zur Erklärung von Nichtwählen mit einigen ausgewählten, aus der Partizipationsforschung bekannten Einflussfaktoren auf der individuellen Ebene. Die Ergebnisse geben erste Hinweise darauf, dass zunehmende Ungleichheit auf Gemeindeebene die Wahlbeteiligung senkt. Dies geschieht indirekt über die höhere Wahrscheinlichkeit, von Exklusionserfahrungen betroffen zu sein und einem damit einhergehenden, geringeren Vertrauen in die Wirksamkeit von Partizipation. Schließlich werden Vorschläge für eine Fortsetzung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Thema aufgezeigt.

Buchbesprechung

Guy Van Gyes, (Hrsg.), Thorsten Schulten, (Hrsg.), () Wage bargaining underthe new European Economic Governance. Alternative strategies for inclusive growth (ISBN: 978-2-874-52373-1),
Besprochen von Vera Glassner, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S339-349 Besprechung Herunterladen
Jürgen Kromphardt, () Analysen und Leitbilder des Kapitalismus von Adam Smith bis zum Finanzmarktkapitalismus, (ISBN: 978-3-731-61131-8),
Besprochen von Markus Marterbauer, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S350-355 Besprechung Herunterladen
James Galbraith, () The End of Normal. The Great Crisis and the Future of Growth (ISBN: 978-1-451-64492-0),
Besprochen von Philipp Heimberger, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S356-361 Besprechung Herunterladen
Markus Melzer, () Steueroase Deutschland. Warum bei uns viele Reiche keine Steuern zahlen (ISBN: 978-3-406-66697-1),
Besprochen von Gertraud Lunzer, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S362-366 Besprechung Herunterladen
Werner Neus, () Einführung in die Betriebswirtschaftslehre aus institutionenökonomischer Sicht (ISBN: 978-3-161-54146-9),
Besprochen von Michael Heiling, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S367-370 Besprechung Herunterladen
Lucio  Magri, () Der Schneider von Ulm. Eine mögliche Geschichte der KPI (ISBN: 978-3-867-54106-0),
Besprochen von Josef Schmee, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S371-375 Besprechung Herunterladen
Cathie Carmichael, () A Concise History of Bosnia (ISBN: 978-1-107-60218-2),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S376-379 Besprechung Herunterladen
Franz Mathis, () Mit der Großstadt aus der Armut. Industrialisierung im globalen Vergleich (ISBN: 978-3-902-93678-3),
Besprochen von Andreas Weigl, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S380-383 Besprechung Herunterladen
Jürgen Kocka, () Arbeiterleben und Arbeiterkultur. Die Entstehung einer sozialen Klasse (ISBN: 978-3-801-25040-9),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.2, S384-385 Besprechung Herunterladen

2016 Heft 1

Artikel

 Editorial, (2016), Automatisierung und Beschäftigung. Makroökonomische Zusammenhänge und politische Gestaltungsspielräume, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S3-18
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Herbert Walther, (2016), Die Rekordarbeitslosigkeit als zentrale Herausforderung der Wirtschaftspolitik, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S19-60
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Die Arbeit untersucht im ersten Teil einige der Ursachen der unterschiedlichen Entwicklungen der Arbeitslosenraten in Österreich und in Deutschland. (1) Österreich hatte – wegen der stärkeren Abhängigkeit seiner Exporte von Süd- und Osteuropa und der Expositionseines Bankensektors – höhere Wachstumsverluste durch die Finanz- und Eurokrise erlittenals Deutschland. (2) Österreich hatte ein weit höheres Wachstum des Arbeitskräfteangebots(wegen Immigration, steigender Partizipationsrate von Frauen und der Pensionsreform von 2004). Dieser Faktor kann den größten Teil des Anstiegs der Arbeitslosigkeit nach 2004 statistisch erklären. (3) Seit dem Jahr 1996 hat Deutschland um mehr als dreißig Prozent real abgewertet. Österreich hat bis 2004 mit diesen Abwertungen mitgehalten. Der durch die Hartz-Reformen induzierte enorme Lohndruck führte jedoch seither zu einer realen Aufwertung Österreichs gegenüber Deutschland um annähernd achtzehn Prozent, was etwa einen halben Prozentpunkt zur österreichischen Arbeitslosenrate beigetragen hat. Während die Arbeitsmarktreformen aus deutscher Sicht erfolgreich waren, wird davor gewarnt, diese Strategie zu imitieren, da diese Art der „beggar-my-neighbour-policy“ (1) in Europa nicht generalisierbar ist und (2) nicht die spezifischen Ursachen der Arbeitslosigkeit therapiert. Im zweiten Teil der Arbeit werden einige langfristige, makroökonomische Aspekte der Arbeitsmarktkrise in Europa diskutiert.
Gunther Tichy, (2016), Arbeitsmarktregulierung, Arbeitslosigkeit und Effizienz, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S61-82
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Die Deregulierung der Märkte, im Bereich des Arbeitsmarkts durch Abbau von Kündigungsbeschränkungen, erfolgte um die Effizienz der Wirtschaft zu steigern. Form und Ausmaßfielen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich aus, sodass differenzierte Arbeitsmarktregime entstanden. Vor allem die asymmetrische Deregulierung von regulären und Zweitverträgen, die überdies die Beschäftigung steigern sollte, brachte bloß geringen Effizienz- und Beschäftigungsgewinn, schuf aber erhebliche Probleme der Segmentierung. Inzwischen hat sich die Deregulierungsdebatte auf die Arbeitszeit verlagert: Einerseits soll der Abbau der Beschränkungen Effizienz und Beschäftigung steigern, andererseits eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit die Arbeitslosigkeit verringern. In beiden Fällen dürfte die Wirkung der Maßnahmen überschätzt werden. Ausweitung der Nachfrage bis zum Erreichen einer normalen Kapazitätsauslastung und (budgetneutrale) Verringerung der Abgabenbelastung der Arbeit einerseits, Verringerung der Segmentierung durchabgabenmäßige Belastung der Zeitverträge versprechen größere Erfolge.
Matthias Firgo, Peter Mayerhofer, (2016), Wirtschaftsstruktur und regionales (Beschäftigungs-)Wachstum. Einige empirische Erkenntnisse zur wachstumsoptimalen Ausrichtung regionaler Strukturpolitik in Österreich, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S83-108
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Strukturpolitische Ansätze erleben in ökonomischer Forschung wie wirtschaftspolitischer Praxis derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Allerdings liegen in der internationalen Literatur bisher keineswegs einhellige Ergebnisse zur Frage vor, ob Spezialisierung, allgemeine Branchendiversität oder eine Vielfalt an „verwandten“, kognitiv und technologisch „nahen“ Branchen die regionale Wirtschaftsdynamik und damit die Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit optimal unterstützen. Unser Beitrag präsentiert einige zentrale Ergebnisse einer Arbeit, in der versucht wurde, zu dieser Frage erstmals für Österreich empirische Evidenz auf Basis sektoral und regional tief disaggregierter Daten (615 4- Steller-Branchenklassen, 81 zusammengefasste Arbeitsmarktbezirke) beizubringen. Die ökonometrischen Ergebnisse sprechen in der Tendenz für eine Strukturpolitik, welche grundsätzlich nicht auf Branchenspezialisierung, sondern auf Branchenvielfalt und die weitere Diversifizierung der Branchenstruktur in neue Bereiche setzt, innerhalb dieser breiten sektoralen Aufstellung aber durchaus vertikale Schwerpunkte verfolgt. Dabei wären Priorisierungen vor allem thematisch (und damit branchenübergreifend) auszurichten, mit der weiteren Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur in neue, aber mit bestehenden regionalen Stärken „verwandte“ Bereiche als Zielsetzung. Eine Differenzierung unserer Ergebnisse nach Regionstypen lässt freilich auch erkennen, dass sich „one-size-fit’s-all“-Rezepte gerade für strukturpolitische Fragestellungen wenig eignen. Letztlich bestimmen die jeweils akkumulierten regionalen Kompetenzen die je spezifischen Möglichkeiten (und Grenzen) zur Weiterentwicklung der Wirtschaftsstruktur. Notwendig sind daher regional angepasste Politikstrategien, die auf den jeweiligen regionsspezifischen Kontext Bezug nehmen.
Ewald Walterskirchen, (2016), Hans Seidel: Architekt der Wirtschaftspolitik in der Kreisky-Ära, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S109-118
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Martin Riese, (2016), Kazimierz Laski (1921-2015): ein engagierter Kaleckianer, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S119-130
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Begutachteter Artikel

Stefan Kranzinger, (2016), Eine Analyse des Prozesses der Vermögensakkumulation anhand des Konzeptes der Pfadtheorie, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S131-160
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15542. Jahrgang (2016), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft Netzwerkeffekte der Vermögensakkumulation identifiziert. Diese wurden als Auslöser und Verstärker von pfadabhängigen Prozessen verstanden und bildeten somit das Fundament für die Analyse des Prozesses der Vermögensakkumulation. Zudem wurde mithilfe der identifizierten direkten und indirekten Netzwerkeffekte ein formales Modell entwickelt, mit dem es möglich ist, die Auswirkungen dieser veranschaulichen und interpretieren zu können. Der anhand der Theorie des Matthäus-Effekts herausgearbeitete direkte Netzwerkeffekt zeigt, dass unterschiedliche soziale, gesellschaftliche und ökonomische Ausgangsbedingungen von Individuen selbstverstärkende Effekte bewirken, welche den Prozess der Vermögensakkumulation für bereits wohlhabende Individuen positiv beeinflussen und somit eine steigende gesellschaftliche Ungleichheit nach sich ziehen. Dadurch kann eine Pfadabhängigkeit in Bezug auf den Prozess der Vermögensakkumulation erkannt werden. Die hierzu entwickelte Modellvariante 2 zeigt im Vergleich zu Modellvariante 1, dass durch die Formalisierung des Matthäus-Effekts die soziale Ungleichheit zugenommen hat. Als theoretische Grundlage für die Analyse eines indirekten Netzwerkeffektes wurde Paretos Elitentheorie herangezogen. Es wurde ersichtlich, dass sich gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Eliten durch ökonomisches Kapital politische Macht aufbauen können. Diese Macht kann wiederum dazu verwendet werden, ökonomisches Kapital zu vermehren. Durch diese wechselseitige Beziehung zweier kompatibler Systeme, Geld und Macht, konnte die Annahme eines indirekten Netzwerkeffektes untermauert werden. Außerdem war es durch die von Piketty beobachteten ungleichen Kapitalertragsratenmöglich, den herausgearbeiteten indirekten Netzwerkeffektdurch ein praktisches Beispiel veranschaulichen zu können. Die Analyse von Bourdieus Kapitaltheorie ergab, dass ökonomisches Kapital in kulturelles bzw. soziales Kapital umgewandelt werden kann. Diese beiden Kapitalformen können wiederum in ökonomisches Kapitalumgewandelt werden. Der Besitz von ökonomischen Kapital erhöht somit die Chancen, kulturelles und soziales Kapital aufzubauen und vice versa. Ökonomisches und kulturelles bzw. soziales Kapital sind demnach miteinanderkompatibel. Dies führt zu wechselseitigen positiven Rückkopplungseffekten, welche soziale Ungleichheit verstärken und in einer Gesellschaft verankern. Mithilfe der Formalisierung dieser beiden indirekten Netzwerkeffekte konnte eine Steigerung sozialer Ungleichheit beobachtet werden. So hat laut den Indikatoren in Modellvariante 3 und 4 die soziale Ungleichheit deutlich zugenommen. Betrachtet man die Vermögensverteilung nach 200 Runden, ist ähnliches zu beobachten. Die bereits in Modellvariante2 sichtbare Elitenbildung hat sich in den Modellvarianten 3 und 4, durch die Berücksichtigung von ungleichen Kapitalertragsraten sowie sozialem und kulturellem Kapital, noch stärker herauskristallisiert. Wirtschaft und Gesellschaft 42. Jahrgang (2016), Heft 1 Die Modifizierung von Modellvariante 2 durch das Verhältnis r >g, also einem Szenario, in welchem die Kapitalertragsrate die Wachstumsrate des Nationaleinkommens überschreitet, hatte zwar keine vermehrte soziale Ungleichheit zur Folge, veränderte jedoch die Zusammensetzung des BIP. Dieses setzte sich nun größtenteils aus Kapital- statt aus Arbeitseinkommen zusammen. Wie erwartet vergrößerte sich auch Pikettys Beta, was auf eine erhöhte Bedeutung von Kapital in Bezug auf den Prozess der Vermögensakkumulation hinweist.

Buchbesprechung

Barry Eichengreen, () Die großen Crashs 1929 und 2008. Warum sich Geschichte wiederholt (ISBN: 978-3-89879-890-7),
Besprochen von Philipp Heimberger, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S161-173 Besprechung Herunterladen
François Bourguignon, () Die Globalisierung der Ungleichheit; (ISBN: 978-3-868-54263-9),
François Bourguignon, () The Globalization of Inequality (ISBN: 978-0-691-16052-8),
Besprochen von Matthias Schnetzer, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S174-179 Besprechung Herunterladen
Joseph Stiglitz, () Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft (ISBN: 978-3-827-50068-7),
Besprochen von Michael Ertl, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S180-183 Besprechung Herunterladen
 BEIGEWUM, (Hrsg.), () Politische Ökonomie Österreichs. Kontinuitäten und Veränderung seit dem EU-Beitritt (ISBN: 978-3-854-76458-8),
Besprochen von Johannes Jäger, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S184-186 Besprechung Herunterladen
Ingo Pies, (Hrsg.), Martin Leschke, (Hrsg.), () John Maynard Keynes’ Gesellschaftstheorie (ISBN: 978-3-161-53602-1),
Besprochen von Günther Chaloupek, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S187-190 Besprechung Herunterladen
Heinz D. Kurz, (Hrsg.), Neri Salvadori, (Hrsg.), () The Elgar Companion to David Ricardo (ISBN: 978-1-848-44850-6),
Besprochen von Peter Kalmbach, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S191-197 Besprechung Herunterladen
Nikolaus Dimmel, (Hrsg.), () (Über)Leben an der Grenze (ISBN: 978-3-902-72441-0),
Besprochen von Josef Schmee, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S198-201 Besprechung Herunterladen
Oleg  Chlewnjuk, () Stalin (ISBN: 978-3-827-50057-1),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und Gesellschaft 2016, Band 42 Nr.1, S202-208 Besprechung Herunterladen