2019

2019 Heft 4

Artikel

 Editorial, (2019), Neue Legislaturperiode: Weichen für wohlstandsorientierte Budgetpolitik stellen,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0459-0470
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Philipp Heimberger, (2019), Beeinflusst die ökonomische Globalisierung die Einkommensungleichheit? Eine Meta-Analyse,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0497-0529
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Eine umfassende Literatur hat die Auswirkungen der ökonomischen Globalisierung auf die Einkommensungleichheit untersucht. Die ökonometrischen Schätzungen variieren jedoch erheblich, was es schwierig macht, valide Schlussfolgerungen zu ziehen. Dieses Papier präsentiert eine quantitative Zusammenfassung und Analyse der vorhandenen Schätzungen über den Effekt von Globalisierung auf die Einkommensungleichheit. Wir verwenden dabei einen neuen Datensatz, der aus 1254 Beobachtungen in 123 begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln besteht. Durch die Anwendung von Meta-Analyse und Meta-Regressionsmethoden erzielen wir folgende Erkenntnisse. Erstens hat die ökonomische Globalisierung einen (kleinen bis mittelgroßen) die Einkommensungleichheit steigernden Effekt gezeitigt. Zweitens sind die Auswirkungen der Handelsglobalisierung nur gering, doch die finanzielle Globalisierung zeigt eine deutlich stärkere ungleichheitssteigernde Wirkung. Drittens finden wir eine durchschnittliche ungleichheitssteigernde Wirkung der Globalisierung sowohl in entwickelten Ländern als auch in Schwellenländern.Viertens moderieren Bildung und Technologie die Auswirkungen von Globalisierung auf die Einkommensungleichheit.
Georg Adam, (2019), Zur Dynamik der Arbeitsbeziehungen in Finnland, Portugal, Rumänien und Slowenien,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S00531-0572
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Wenngleich die Bedeutung der Sozialpartner als zentrale Akteure der sozial- und wirtschaftspolitischen Regulierung seit Mitte der 1980er Jahre europaweit geschwunden ist, so wurde deren volkswirtschaftliche Regulierungsfunktion von den nationalen und europäischen Administrationen bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts weitgehend anerkannt. Spätestens mit der Wirtschaftskrise von 2008 hat jedoch auf nationaler, v. a. aber europäischer Ebene mit Blick auf die polit-ökonomische Steuerung ein Paradigmenwechsel stattgefunden, indem umfassende Kollektivvertragssysteme und starke Sozialpartnerorganisationen, insbesondere Gewerkschaften, als hinderlich für effektive Wettbewerbspolitik und Wirtschaftswachstum gesehen wurden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen analysiert dieser Beitrag die unterschiedlichen Dynamiken der Arbeitsbeziehungen vor, während und nach der Wirtschaftskrise von 2008 und den Folgejahren in vier ausgewählten EU-Ländern, die einerseits starke Brüche im System der nationalen Arbeitsbeziehungen aufweisen und andererseits unterschiedliche wohlfahrtstaatliche Regimes repräsentieren: Finnland, Portugal, Rumänien und Slowenien. Es kann gezeigt werden, dass die oftmals von europäischen Institutionen eingeforderte Schwächung der Regulierungskapazität der nationalen Arbeitsbeziehungen i.d.R. mit erheblichen makroökonomischen und sozialen Kosten verbunden ist.
Alois Guger, (2019), Josef Steindls unveröffentlichte Manuskripte zur sozialwissenschaftlichen Forschung,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S00573-0577
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In Josef Steindls wissenschaftlichem Nachlass fanden sich zwei kurze, bisher unveröffentlichte, methodologische Arbeiten mit Anregungen zur Bildungs- und Forschungspolitik aus den frühen Siebzigerjahren. Steindl sah schon damals die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit durch die unkontrollierbare Dynamik des Industriekapitalismus gefährdet.Nach seiner Argumentation erfordern die umweltpolitischen Herausforderungen die Überwindung der strengen Fragmentierung in der Wissenschaft und eine integrierte Wissenschaftspolitik, die interdisziplinäre Forschung nicht nur innerhalb der Sozialwissenschaften sondern auch zwischen den Sozial- und Naturwissenschaften herbeiführt und Strategien im Hinblick auf neue, nachhaltige Ziele jenseits des Wirtschaftswachstums erarbeitet.
Josef Steindl, (2019), Notes on Social Science Policy,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0578-0584
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Josef Steindl, (2019), Note on the Fragmentation of Disciplines,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0585-0586
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Begutachteter Artikel

Dennis Tamesberger, Simon Theurl, (2019), Vorschlag für eine Jobgarantie für Langzeitarbeitslose in Österreich,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0471-0495
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Vor dem Hintergrund hoher und persistenter Arbeitslosigkeit wird die Idee staatlich finanzierter Arbeitsplätze sowohl theoretisch als auch empirisch vermehrt diskutiert. Häufig wird kritisch auf die hohen fiskalischen Kosten solcher Programme hingewiesen, wobei von Modellen ausgegangen wird, die Arbeitsplätze für alle Arbeitsuchenden zur Verfügung stellen. Hinsichtlich der zunehmenden und persistenten Langzeitbeschäftigungslosigkeitin Österreich entwickeln wir einen Modellvorschlag für eine Jobgarantie für Menschen im Alter über 45 Jahren und einer Arbeitslosendauer von mindestens 2 Jahren und schätzen die zusätzlich notwendigen fiskalischen Investitionen zur Beseitigung von Langzeitbeschäftigungslosigkeitin Österreich. Wir identifizieren rund 40.000 Menschen, die den Kriterien entsprechen. Es kann gezeigt werden, dass durch den Tausch von Arbeitslosenversicherungsleistungen in staatlich finanzierte Arbeitsplätze, mit einem Bruttoeinkommen von 1.928 € im Monat, Mehrkosten von lediglich 6.785 € pro Jahr und Person entstehen würden.

Buchbesprechung

Peter Rosner, () (ISBN: 978-3-731-61384-8),
Besprochen von Richard Sturn, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0587-0592 Besprechung Herunterladen
Philip Manow, () (ISBN: 978-3-518-12728-5),
Besprochen von Franziska Disslbacher, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0593-0599 Besprechung Herunterladen
Carina Altreiter, () (ISBN: 978-3-593-50964-8),
Besprochen von Benjamin Herr, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0600-0605 Besprechung Herunterladen
Max Haller, () (ISBN: 978-3-700-18421-8),
Besprochen von Andreas Schadauer, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0606-0610 Besprechung Herunterladen
Eva Brenner, () (ISBN: 978-3-854-76598-1),
Besprochen von Ferdinand Lacina, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0611-0614 Besprechung Herunterladen
Matthias Waechter, () (ISBN: 978-3-406-73653-7),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.4, S0615-0622 Besprechung Herunterladen

2019 Heft 3

Artikel

 Editorial, (2019), Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle?,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S339-348
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Christine Mayrhuber, Christoph Badelt, Anna Brunner, (2019), Durchrechung in der Pensionsversicherung: Langfristige Implikationen ,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S349-366
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Im Gegensatz zur öffentlichen Pensionsdiskussion der „Finanzierbarkeit“ bzw. der „Nachhaltigkeit“ stehen im Beitrag mögliche Folgewirkungen der Ausweitung der Bemessungszeit für die Bildung der Pensionsbemessungsgrundlage von 15 auf 40 Jahre im Mittelpunkt.Es zeigt sich, dass die Stärkung des Äquivalenzprinzips bei zunehmender Destandardisierung der Beschäftigungs- wie auch der Einkommensverläufe hinkünftig mit einem Bedeutungsgewinn an Ausgleichsmechanismen wie Teilversicherungszeiten, Mindestsicherungselementen verbunden sein wird. Eine Entwicklung, die mit dem Kostendämpfungsziel der lebenslangen Durchrechnung nicht in Übereinstimmung steht.
Erik Türk, (2019), Die Entwicklung des effektiven Pensionsantrittsalter. Tarnen, Täuschen und Fake News? Mehr Sachlichkeit dringend erforderlich ,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S367-389
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Die Diskussion über das durchschnittliche Pensionsantrittsalter läuft vielfach sehr kontrovers und teilweise leider auch wenig sachlich ab. So wurde etwa in den Medien mehrfach berichtet, dass es beim Antrittsalter „de facto“ kaum eine Entwicklung geben würde. In einer ausführlichen Analyse, die auch eine erforderliche Bereinigung um Doppelzählungen für die letzten vier Jahre vornimmt, wird diese Behauptung hier klar widerlegt. Seit etwa der Jahrtausendwende lässt sich eine klare Trendumkehr in Richtung merklich steigendes effektives Pensionszugangsalter – mit deutlich gestiegener Dynamik in den letzten fünf Jahren – erkennen. Die Vielzahl an weitreichenden Änderungen in den pensionsrechtlichen Rahmenbedingungen, die allesamt auf einen deutlich späteren effektiven Pensionsantritt abzielen und zunehmend wirksam werden, spiegelt sich sowohl in einem deutlich steigenden effektiven Pensionsantrittsalter als auch in einer erheblichen Steigerung der Erwerbsquoten in den höheren Altersgruppen wider.
Kai Biehl, (2019), Der Arbeitsmarkt für Ältere in Österreich ,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S391-402
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Die Arbeitsmarktsituation älterer ArbeitnehmerInnen hat sich entgegen den Befürchtungen, welche im Zuge der Pensionsreformen laut wurden, recht günstig entwickelt. Die Beschäftigtenzahlen sind deutlich gestiegen, was allerdings in diesem Ausmaß in einem weniger günstigen konjunkturellen Umfeld nicht möglich gewesen wäre. Da jedoch die Erwerbsbeteiligung stärker gestiegen ist als die Beschäftigung, kam es auch zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit unter den Älteren. Die eigentliche Herausforderung steht jedoch noch bevor: Die geburtenstarken Jahrgänge des „Baby-Booms“ werden in den nächsten Jahren die Altersgruppen 55+ sowie 60+ zahlenmäßig sehr ansteigen lassen. Es gilt also eine große Zahl an altersgerechten Arbeitsplätzen für diese Personengruppe zu schaffen, und das unter deutlich ungünstigeren Konjunkturbedingungen als in der jüngsten Vergangenheit.
Günther Chaloupek, (2019), Karl Pribram (1877 - 1973). Ökonom und Pionier der österreichischen Sozialgesetzgebung ,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S403-419
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Karl Pribram (1877-1973) ist unter Ökonomen vor allem als Verfasser des theoriegeschichtlichen Werks „History of Economic Reasoning“, postum 1983 erschienen, bekannt. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über Pribrams gesamtes Werk, das sich auf eine Vielzahl von Themenbereichen erstreckt, darunter Wirtschaftsgeschichte, Geschichte der Sozialphilosophie und der ökonomischen Theorie, Sozialpolitik und mehrere Fragen der Wirtschaftspolitik. Der Hauptteil des Artikels ist Pribrams Darstellung der großen Phase der Sozialgesetzgebung am Beginn der Ersten Republik 1918 bis 1920 gewidmet, an der er als Leiter der legislativen Abteilung des neu gegründeten Sozialministeriums maßgeblich beteiligt war. Bald danach ging Pribram nach Genf zum Internationalen Arbeitsamt (ILO), bevor er auf einen Ökonomielehrstuhl der Universität Frankfurt berufen wurde. Nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte Pribram in die USA. Zentrales Thema seiner englischen Publikationen waren „conflicting patterns of thought“ zwischen Universalismus (Realismus) und Individualismus (Nominalismus). In seinen Grundüberzeugungen liberal orientiert, befürwortete Pribram eine Kombination von Marktwirtschaft und Sozialpolitik.

Buchbesprechung

Jan Greitens, () Geld - Theorie - Geschichte (ISBN: 978-3-731-61380-0),
Besprochen von Georg Quaas, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S421-425 Besprechung Herunterladen
Armin J. Kammel, () Einführung in das Bank- und Kapitalmarktrecht (ISBN: 978-3-707-32401-3),
Besprochen von Werner Hauser, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S426-427 Besprechung Herunterladen
Heinz D. Kurz, () Das Gespenst säkularer Stagnation. Ein theoriegeschichtlicher Rückblick (ISBN: 978-3-731-61331-6),
Besprochen von Max Mayerhofer, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S428-431 Besprechung Herunterladen
Fritz Schiller, () Lohnpolitik in Österreich. Zur Relevanz der produktivitätsorientierten und solidarischen Lohnpolitik (ISBN: 978-3-990-46368-0),
Besprochen von Josef Zuckerstätter, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S432-433 Besprechung Herunterladen
Cornelia Koppetsch, () Gesellschaft des Zorns. Rechtspopulismus im globalen Zeitalter (ISBN: 978-3-837-64838-0),
Besprochen von Ewald Walterskirchen, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S434-436 Besprechung Herunterladen
Paul Collier, () Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen der Zerfall unserer Gesellschaft (ISBN: 978-3-827-50121-9),
Besprochen von Michael Soder, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S437-439 Besprechung Herunterladen
Ian Kershaw, () Achterbahn. Europa 1950 bis heute (ISBN: 978-3-421-04734-2),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S440-448 Besprechung Herunterladen
Ernst Piper, () Rosa Luxemburg: Ein Leben (ISBN: 978-3-896-67540-8),
Besprochen von Josef Schmee, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.3, S449-455 Besprechung Herunterladen

2019 Heft 2

Artikel

 Editorial, (2019), Kurswechsel nach verlorenem Jahrzehnt: Plädoyer für eine progressive europäische Wirtschaftspolitik,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S167-177
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Patrick Mokre, (2019), Ausnahmezustand Geringverdienst? Ursachen der Beschäftigungsverhältnisse unter der SteuergrenzeDer tendenzielle Fall der Lohnquote und wie man ihn wieder umkehren könnte,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S203-227
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Erwerbseinkommen unter der Steuergrenze sind eine Ausnahme. Der Anteil der GeringverdienerInnen in Österreich ist aber nicht unerheblich: Ein Viertel aller Personen mit Erwerbseinkommen und 12% aller unselbstständig Erwerbstätigen fallen in diese Gruppe. Die umfassende Literatur zum Thema ist sich einig, dass Geringverdienst ein Ausnahmezustand ist, der sich auf atypische Beschäftigungsverhältnisse und demografische Faktoren zurückführen lässt. Auf Basis des Mikrozensus 2016 berechne ich den Einfluss demografischer Faktoren und der Beschäftigungsformen auf die Anfälligkeit für Geringverdienst. Ich komme zum Schluss, dass Geringverdienst in Österreich eher Frauen und Junge, Erwerbstätige mit niedriger formaler Bildung, solche mit Betreuungspflichten, Teilzeitbeschäftigte und befristet Beschäftigte betrifft.
Lukas Tockner, (2019), Kostendeckende Miete: Was heißt das?,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S229-247
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In diesem Artikel wird gezeigt, wie anhand des sogenannten Kostendeckungsprinzips die Mieten in Neubauten von gemeinnützigen Bauvereinigungen berechnet werden. Ferner wird dargelegt, dass diese kostendeckenden Mieten es gemeinnützigen Bauvereinigungen ermöglichen, sozial gebundene Wohnungsvermögen zu schaffen. In weiterer Folge wird erörtert, welchen betriebswirtschaftlichen Erfordernissen gemeinnützige Bauvereinigungen entsprechen müssen, um bereits geschaffene, sozial gebundene Wohnungsvermögen langfristig zu erhalten. Schließlich wird diskutiert, welche wohnpolitischen Implikationen sich aus der angestellten, rechtlich-betriebswirtschaftlichen Analyse ergeben.
Silke van Dyk, (2019), Die soziale Frage und die Wiederentdeckung der Gemeinschaft Das Erstarken der Neuen Rechten in Zeiten des Community-Kapitalismus,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S249-275
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In diesem Artikel wird gezeigt, wie anhand des sogenannten Kostendeckungsprinzips die Mieten in Neubauten von gemeinnützigen Bauvereinigungen berechnet werden. Ferner wird dargelegt, dass diese kostendeckenden Mieten es gemeinnützigen Bauvereinigungen ermöglichen, sozial gebundene Wohnungsvermögen zu schaffen. In weiterer Folge wird erörtert, welchen betriebswirtschaftlichen Erfordernissen gemeinnützige Bauvereinigungen entsprechen müssen, um bereits geschaffene, sozial gebundene Wohnungsvermögen langfristig zu erhalten. Schließlich wird diskutiert, welche wohnpolitischen Implikationen sich aus der angestellten, rechtlich-betriebswirtschaftlichen Analyse ergeben.
Alois Guger, (2019), Josef Steindls Manuskripte zur Wirtschaftspolitik der Nachkriegsjahre*,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S277-299
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Die Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien hat den wissenschaftlichen Nachlass Josef Steindls (1912-1993) übernommen, fachgerecht erschlossen und in einem digitalen Archiv sehr benutzerfreundlich, zeitgemäß zugänglich gemacht (https://viewer.wu.ac.at/viewer/). Für wissenschaftlich oder politisch Interessierte stehen damit auch die unveröffentlichten bzw. in unbekannten Publikationen veröffentlichten Manuskripte zur Verfügung. Josef Steindl hat nach seiner Rückkehr 1950 am WIFO weniger an kurzfristigen Berichten zur Wirtschaftslage als vielmehr – wie auch aus seiner Publikationsliste klar ersichtlich ist – an wissenschaftlich anspruchsvolleren Studien gearbeitet. Bisher kaum bekannt war, dass er in den ersten Jahren nach seiner Rückkehr privat – wahrscheinlich anonym – journalistisch- politisch aktiv war. In diesem Heft von „Wirtschaft und Gesellschaft“ werden beispielhaft vier seiner bisher unbekannten wirtschaftspolitischen Papiere veröffentlicht, und dieser Beitrag versucht, sie in seinem wissenschaftlichen Werk und dem historischen Umfeld zu verorten.
Josef Steindl, Alois Guger(Hrsg.), (2019), Kapitalismus ohne Arbeitslosigkeit,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S288-290
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Josef Steindl, Alois Guger(Hrsg.), (2019), Die Strukturen der österreichischen Wirtschaft nach dem Krieg,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S291-293
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Josef Steindl, Alois Guger(Hrsg.), (2019), Das Budget,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S294-296
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Josef Steindl, Alois Guger(Hrsg.), (2019), Neue Verbrauchsteuern - heißt das Preisstabilität?,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S295-297
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Begutachteter Artikel

Georg Kantisar, (2019), Arbeitsmarktinstitutionen, Kapitalakkumulation und Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S179-201
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Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte stellt nicht nur moderne Wohlfahrtstaaten vor erhebliche strukturelle Herausforderungen, sondern birgt auch Risiken für den sozialen Zusammenhalt von Gesellschaften. Der vorliegende Artikel untersucht anhand eines länderübergreifenden Vergleichs den Einfluss von Arbeitsmarktunsicherheit auf Indikatoren des sozialen Zusammenhalts. Die Analyse verdeutlicht, dass Unsicherheit am Arbeitsmarkt mit niedrigerem Vertrauen und geringerer globalen Solidarität einhergeht, jedoch nicht mit einem negativen Effekt auf lokale Solidarität. Zudem weist die Analyse darauf hin,dass dekommodifizierende Wohlfahrtsstaaten den negativen Auswirkungen von Unsicherheiten am Arbeitsmarkt besser entgegenwirken können. Der Artikel liefert einen ersten Einblick in die verschiedenen Dimensionen und Indikatoren von sozialem Zusammenhalt und erzeugt damit ein tiefergehendes Verständnis der sozialen Auswirkungen von Arbeitsmarktflexibilisierung.

Buchbesprechung

Ashoka Mody, () Euro Tragedy. A Drama in Nine Acts (ISBN: 978-0-199-35138-1),
Besprochen von Markus Marterbauer, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S301-306 Besprechung Herunterladen
Stephan Schulmeister, () Der Weg zur Prosperität (ISBN: 978-3-711-00148-1),
Besprochen von Matthias Schnetzer, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S307-311 Besprechung Herunterladen
Dani Rodrik, () Straight Talk on Trade: Ideas for a Sane World Economy (ISBN: 978-0-691-17784-7),
Besprochen von Oliver Prausmüller, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S312-315 Besprechung Herunterladen
Patrizio Bianchi, Sandrine Labory, () Industrial Policy for the Manufacturing Revolution – Perspectives on Digital Globalisation,Straight Talk on Trade: Ideas for a Sane World Economy (ISBN: 978-1-789-43031-1),
Besprochen von Roland Lang, Miron Passweg, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S316-319 Besprechung Herunterladen
Michael Hartmann, () Die Abgehobenen. Wie die Eliten die Demokratie gefährden (ISBN: 978-3-593-50928-0),
Besprochen von Lukas Hofstätter, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S320-322 Besprechung Herunterladen
Helga Kromp-Kolb, Herbert Formayer, () +2 Grad: Warum wir uns für die Rettung der Welt erwärmen sollten (ISBN: 978-3-222-15022-7),
Besprochen von Michael Soder, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S323-326 Besprechung Herunterladen
Steven Beller, () The Habsburg Monarchy 1815-1918 (ISBN: 978-1-107-46474-2),
Besprochen von Martin Mailberg, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.2, S327-336 Besprechung Herunterladen

2019 Heft 1

Artikel

 Editorial, (2019), Der tendenzielle Fall der Lohnquote und wie man ihn wieder umkehren könnte,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S0003-0012
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Daniel Seikel, Achim Truger, (2019), Die blockierte Vollendung der Europäischen Währungsunion: Plädoyer für eine pragmatische Nutzung von fiskalischen Handlungsspielräumen,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S43-65
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Die Reform der Eurozone kommt nicht voran. Dieser Beitrag geht aus einer kombinierten wirtschaftswissenschaftlichen und politikwissenschaftlichen Perspektive der Frage nach, wie angesichts bestehender Reformblockaden der Euro krisenfest gemacht werden kann. Dazu arbeitet der Beitrag zunächst allgemeine Anforderungen für eine Stabilisierung der Wirtschafts- und Währungsunion heraus. Im nächsten Schritt rekonstruiert der Beitrag die politische Logik der Eurorettung und zeigt, dass vor diesem Hintergrund die Realisierungschancen weitreichender Reformvorschläge in Richtung einer Fiskalunion gering sind. Anschließend entwickelt der Beitrag einen Vorschlag, wie unter diesen Bedingungen auf pragmatische Weise im bestehenden Regelwerk der Währungsunion vorhandene Spielräume erweitert werden können, um die Funktion der nationalen Fiskalpolitik als makroökonomisches Stabilisierungsinstrument zu stärk
Gunther Tichy, (2019), Die europäische Schuldenaversion. Schuldengrenze versus Investitionen?,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S67-87
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Unter deutscher Führung hat sich eine geradezu krankhafte Aversion gegen Schulden entwickelt. Nicht bloß Staatsschulden gelten als grundsätzlich kontraproduktiv, erheblicheAngst besteht auch vor einer Überschuldung der Firmen. Dabei wird übersehen, dass die Schulden gesamtwirtschaftlich stets so hoch sein müssen wie die Ersparnisse; solange die Ersparnisse steigen – und das ist bei steigenden Wohlstand zu erwarten –, müssen auch die Schulden steigen. Bei dem etwa 2%-igen Wachstum, das auch für die Zukunft zu erwarten ist, reicht der investitionsbedingte Verschuldungsbedarf der Wirtschaft nicht aus, die gesamten Ersparnisse aufzunehmen. Der daraus resultierende Nachfragemangel dämpft das Wachstum und kann Rezessionen auslösen. Um das zu vermeiden, muss der Staat die überschüssigen Ersparnisse aufnehmen. Das ist in einer wachsenden Wirtschaft unproblematisch, wenn die Verschuldung für Wohlstands-steigernde Investitionen verwendet wird; darunter sind nicht bloß Investitionen in die materielle Infrastruktur, sondern auch in die immaterielle – Bildung, Gesundheit etc. zu verstehen. Anstelle der Schuldenregel sollte eine Investitionsregel treten
Wolfgang Edelmüller, (2019), Geldsystem und Aufsichtskompetenz: Warum die Bankenaufsicht bei der Notenbank konzentriert sein sollte,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S89-109
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Entwickelte Volkswirtschaften treten in der Gestalt von arbeitsteiligen Geldwirtschaften in Erscheinung, bei denen ein staatliches Geldmonopol im Rahmen des „zweistufigen Teilreservesystems“ für die Bereitstellung endogener Zahlungsmittel aus dem dezentralen Kreditvergabeprozess sorgt. Daraus resultiert eine duale Geldhierarchie zwischen dem staatlichen Geld der Zentralbanken und dem privaten Giralgeld des Geschäftsbankenapparats. Der Leistungsanspruch des den dezentralen Zahlungsverkehrs beherrschenden Giralgelds besteht in einer Transaktionssicherheit auf dem Niveau des souveränen Geldes, um die im wirtschaftlichen Wertschöpfungskreislauf begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten durch Zahlungsausgleich schuldbefreiend einlösen und tilgen zu können. Darin besteht auch die empirische Grundlage für SFC-basierte Analysekonzepte der Geldwirtschaft, die dem Bilanzierungsansatz folgen. Die Zahlungsmitteleignung des umlauffähigen Giralgelds ist daher liquiditätstechnisch von einem akkommodierenden Reserveangebot der Notenbank abhängig, das als Zahlungsmittel zwischen den Geschäftsbanken fungiert. Da aber Giralgeld immer als Geldforderungen gegen Geschäftsbanken ausgewiesen ist, die mit dem Solvenz- und Liquiditätsrisiko der Emittenten belastet sind, bedarf es über Einlagensicherungssysteme hinaus auch der ökonomischen Absicherung durch mikroprudenzielle Regulierung und Beaufsichtigung des Geschäftsbankenapparats. Diese systemische Aufgabe kann am besten die Notenbank über den Hebel der Reservebereitstellung im Rahmen eines Trennbankensystems erfüllen. Zukunftsweisend sollte daher die Kompetenz der Bankenaufsicht anlog zum Einheitlichen Aufsichtsmechanismus der Europäischen Bankenunion bei der Zentralbank konzentriert sein.

Begutachteter Artikel

Philipp Heimberger, (2019), Arbeitsmarktinstitutionen, Kapitalakkumulation und Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern,Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S13-42
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Diese Studie präsentiert ökonometrische Evidenz zur Frage, wie sich Arbeitsmarktinstitutionen auf die („strukturelle“) Arbeitslosenquote auswirken, wobei die Schätzungen auf Daten für 23 OECD-Länder (inklusive Österreich) im Zeitraum 1985-2013 basieren. Die Ergebnisse zeigen, dass standardmäßige institutionelle Arbeitsmarktindikatoren – wie Arbeitsschutzbestimmungen, gewerkschaftlicher Organisationsgrad, Steuerkeil und Mindestlöhne – keinen systematischen und signifikanten Erklärungsgehalt bezüglich der Entwicklung von Arbeitslosenquoten aufweisen. Arbeitsmarktinstitutionen mögen zwar teilweise einen Einfluss auf die Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern haben, dieser Einfluss bleibt jedoch an Signifikanz und Relevanz deutlich hinter dem Einfluss makroökonomischer Variablen zurück. Makroökonomische Einflussfaktoren – insbesondere die Kapitalakkumulation, aber auch die langfristigen Realzinsen – sind hingegen statistisch signifikante und ökonomisch relevante Determinanten der Arbeitslosigkeit. Diese Resultate unterstreichen, dass die Sichtweise, wonach „Arbeitsmarktrigiditäten“ für eine gestiegene „strukturelle“ Arbeitslosigkeit in entwickelten Volkswirtschaften verantwortlich seien, auf tönernen empirischen Füßen steht. Um die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den OECDLändern zu verstehen, sollten ForscherInnen und wirtschaftspolitische EntscheidungsträgerInnen ihr Hauptaugenmerk auf makroökonomische Faktoren legen.

Buchbesprechung

Gareth Dale, () Karl Polanyi: A Life on the Left (ISBN: 978-0-231-17609-5),
Besprochen von Claus Thomasberger, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S111-116 Besprechung Herunterladen
Christopher Holmes, () Polanyi in Times of Populism. Vision and Contradiction in the History of Economic Ideas (ISBN: 978-1-138-22670-8),
Besprochen von Richard Bärnthaler, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S117-121 Besprechung Herunterladen
Thomas Piketty et.al., (Hrsg.), () Die weltweite Ungleichheit. Der World Inequality Report 2018 ( (ISBN: 978-3-406-72385-8),
Besprochen von Michael Ertl, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S122-124 Besprechung Herunterladen
Stéphanie Hennette et.al., (Hrsg.), () Für ein anderes Europa. Vertrag zur Demokratisierung der Eurozone (ISBN: 978-3-100-36610-8),
Besprochen von Norbert Templ, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S125-128 Besprechung Herunterladen
Daniel Vaughan-Whitehead, (Hrsg.), () Reducing Inequalities in Europe. How Industrial Relations and Labour Policies Can Close the Gap (ISBN: 978-1-788-11628-2),
Besprochen von Michael Mesch, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S129-138 Besprechung Herunterladen
 BEIGEWUM, (Hrsg.), () Umkämpfte Technologien – Arbeit im digitalen Wandel (ISBN: 978-3-899-65847-7),
Besprochen von Christa Schlager, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S139-141 Besprechung Herunterladen
Massimo Florio, () The Reform of Network Industries. Evaluating Privatisation, Regulation and Liberalisation in the EU (ISBN: 978-1-786-43903-1),
Besprochen von Mathias Grandosek, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S142-145 Besprechung Herunterladen
Mariana Mazzucato, () The Value of Everything: Making and Taking in the Global Economy (ISBN: 978-0-241-34779-9),
Besprochen von Christoph Prenner, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S146-151 Besprechung Herunterladen
Roman Sandgruber, () Rothschild. Glanz und Untergang des Wiener Welthauses (ISBN: 978-3-222-15024-1),
Besprochen von Felix Butschek, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S152-157 Besprechung Herunterladen
Marcel van der Linden, () Workers of the World: Eine Globalgeschichte der Arbeit (ISBN: 978-3-593-50619-7),
Besprochen von Josef Schmee, Wirtschaft und Gesellschaft 2019, Band 45 Nr.1, S158-163 Besprechung Herunterladen